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Konzept für die Landeskunstausstellung 2023 steht!

Die Landeskunstausstellung 2023 wird ein neues Konzept bekommen.

Ab Mai 2023 wird wieder die Landeskunstausstellung stattfinden, die unter der kuratorischen Leitung der Direktorin des Saarlandmuseums, Dr. Andrea Jahn, mit einem neuen Konzept an den Start geht.

Basierend auf der besonderen geographischen Lage des Saarlandes im Herzen Europas, wird die 12. Landeskunstausstellung zum Ziel haben, das große kulturelle und künstlerische Potential des Saarlandes und seiner Nachbarn in den Vordergrund zu stellen. Demzufolge wird die Ausstellung, die den Titel „Au rendez-vous des amis“ trägt, nicht nur die Kunstproduktion saarländischer Künstler:innen abbilden, sondern auch benachbarte französische und luxemburgische Kunstschaffende dazu einladen, sich für das landesweite Ausstellungsprojekt zu bewerben.

Auch inhaltlich wird sich das Großprojekt neuen Herausforderungen zuwenden. So soll sich in den eingereichten Werken die künstlerische Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen spiegeln. Hierbei stehen die Themenkomplexe „Identität“, „Isolation“, „Schönheit“ und „Vergänglichkeit“ zur Auswahl. Ebenso soll die Beschäftigung mit unterschiedlichen Medien und Formaten im Fokus stehen. Das Saarland profitiert dabei von der Ausbildung an der HBKsaar, die neben den klassischen Fachbereichen wie Malerei und Bildhauerei auch innovative Studiengänge wie Public Art, Sound Art, Licht / Intermedia, Video und Fotografie anbietet. Durch die Berücksichtigung und Förderung ortsbezogener Projekte wird ein besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischsprachigen Künstler*innen gelegt, um neue Netzwerke ins Leben zu rufen.

Wie in den vergangenen Jahren findet die Ausstellung in den saarländischen Kunstinstitutionen statt: in der Moderne Galerie des Saarlandmuseums, Saarbrücken, in der Stadtgalerie, im Künstlerhaus Saarbrücken, im KuBa, Kulturzentrum am Eurobahnhof, in der Städtischen Galerie, Neunkirchen, im Institut für Aktuelle Kunst und der Galerie Ludwig Saarlouis, im Mia-Münster-Haus, St. Wendel, im Weltkulturerbe Völklinger Hütte und im Museum Schloss Fellenberg, Merzig.

Konzeption Landeskunstausstellung 2023 „Au rendez-vous des amis“

I. Ausgangssituation

Das Saarland nimmt als kleinstes Flächenbundesland in Deutschland eine Sonderstellung ein, die von den besonderen Beziehungen zu Frankreich geprägt ist. Diese sind nicht zuletzt vom Europagedanken getragen und darauf ausgerichtet, die grenzüberschreitende Zusammen- arbeit zwischen den Ländern in der Region SaarLorLux zu pflegen und auszubauen. Ein wichtiger Anteil daran wird immer wieder dem Austausch in Kunst und Kultur zugewiesen, der bisher jedoch nur in kleinerem Umfang, beispielsweise im Format des „Robert-Schuman- Preises“ in den Quattropole-Städten Saarbrücken, Trier, Metz und Luxemburg umgesetzt wurde. Ein Landesprojekt, das diesem Anspruch gerecht würde, gibt es bislang nicht.

Darüber hinaus verfügt das Saarland über eine lebhafte, junge Kunstszene, die maßgeblich von den Ausbildungs- und Produktionsbedingungen ihrer Akademie, der HBK Saar profitiert, die neben den klassischen Fachbereichen Malerei und Bildhauerei auch innovative Studiengänge, wie Public Art, Sound Art, Licht / Intermedia, Video und Fotografie anbietet. Diese überregional ausgerichtete Kunstproduktion abzubilden, wäre ebenfalls ein wichtiger Faktor, der in ein grenzüberschreitendes Ausstellungsformat einfließen sollte.

II. Die SaarART 23

Die Landeskunstausstellung übernimmt als ein Großprojekt des Landes diese wichtige Aufgabe und setzt damit ein Zeichen für eine Kulturpolitik, in der die Sonderstellung des Saarlandes in Europa einen neuen Ausdruck findet, indem sie sich nicht nur ihren politischen und wirtschaftlichen Verpflichtungen, sondern insbesondere auch ihren kulturellen und künstlerischen Potentialen zuwendet. Eine grenzüberschreitend angelegte Landeskunstausstellung (deshalb auch der Titel „Au rendez-vous des amis“) wird so auch bundesweite Aufmerksamkeit auf sich ziehen, da es vergleichbare Konstellationen mit den Nachbarländern in keinem anderen Bundesland gibt und ein Ausstellungsprojekt in dieser Größenordnung auch als einzigartiges politisches Signal zu sehen ist.

Gerade in der Kunst findet aktuell eine lebhafte Auseinandersetzung statt, in der unter anderem die gesellschaftlichen Veränderungen zur Diskussion stehen, die nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen ausgelöst wurden. Nationale Identität, Sicherheit, Selbstverständnis, Isolation, Emanzipation sowie Geschlechtergerechtigkeit und der Generationenkonflikt sind nur einige Schlagworte, die vor diesem Hintergrund in der Kunst verhandelt werden.

Einer Landeskunstausstellung kommt deshalb unter diesen Bedingungen nicht nur die Aufgabe zu, die Kunstproduktion ihres Landes abzubilden. Vielmehr hängt ihr Bestehen und ihr Anspruch, auch überregional wahrgenommen zu werden, davon ab, ob sie in der Lage ist, sich den spezifischen Herausforderungen unserer Region und unserer Zeit zu stellen. Das heißt konkret, nicht nur eine Präsentation saarländischer Künstlerinnen und Künstler anzustreben, sondern gerade im Austausch unter den Kunstzentren Saarbrücken, Metz und Luxemburg die Zusammenarbeit zwischen deutsch- und französischsprachigen Künstler*innen zu fördern, abzubilden und neue künstlerische Netzwerke zu formen/zu gestalten.

III. Umsetzung

  • Als Landesprojekt findet das Ausstellungsformat auch weiterhin in den großen saarländischen Kunstinstitutionen statt:
  • Moderne Galerie des Saarlandmuseums, Saarbrücken
  • Stadtgalerie Saarbrücken- KuBa / Kulturzentrum am Eurobahnhof
  • Städtische Galerie, Neunkirchen
  • Institut für Aktuelle Kunst, Saarlouis
  • Galerie Ludwig Saarlouis
  • Mia-Münster-Haus, St. Wendel
  • Weltkulturerbe Völklinger Hütte
  • Museum Schloss Fellenberg, Merzig

Um eine überzeugende Auswahl an Künstlerinnen und Künstlern zu ermitteln, erfolgt im Vorfeld der Ausstellung eine Ausschreibung, bei der Vorschläge für bestehende und neu konzipierte Werke eingereicht werden können. Die Teilnehmer*innen können sich gemeinsam oder alleine mit einer oder mehreren Arbeiten zu vier verschiedenen Themenblöcken bewerben. Voraussetzung für eine Teilnahme an diesem Wettbewerb ist:

a) dass die Bewerber*innen einen Bezug zu SaarLorLux haben (d.h. im Saarland, in Luxemburg oder in Lothringen geboren sind, hier studiert haben oder hier leben/arbeiten).

b) dass sie sich in den Werken, die sie für die Landeskunstausstellung konzipieren, auf die zentralen Fragestellungen beziehen, die in der Ausschreibung vorgegeben sind.

c) dass sie sich mit Werken bewerben, die nicht älter als 2 Jahre alt sein sollen, möglichst aber neu konzipiert wurden.

IV. Ablaufplan – Etappen

  • 18. Februar 2022: Ausschreibung
  • 5. Juni 2022: Einreichungsfrist (16 Wochen nach Beginn der Ausschreibung)
  • Ab 20. Juni 2022: Gemeinsame Sichtung der eingereichten Projekte durch die Juroren
  • 27. Juni 2022 : Bekanntgabe der teilnehmenden Künstler*innen
  • Ab November 2022: Zuordnung der Werke / Konzeption der Ausstellungen in den einzelnen Häusern
  • April 2023: Aufbau / Einrichtung der Ausstellungen
  • Mai 2023: Eröffnung der Landeskunstausstellung 2023

V. Themenkomplexe

a) Identität – hier geht es um eine kritische Auseinandersetzung mit nationaler Identität, bzw. Geschlechteridentität, die gerade unter den verschiedenen nationalen Bedingungen sehr unterschiedlich ausfällt und künstlerisch entsprechend gespiegelt werden kann.

b) Isolation – die darauf bezogenen Kunstwerke können sich um die Vereinzelung unter Pandemiebedingungen ebenso drehen, wie um Isolation und Ausgrenzung, die durch Formen gesellschaftlicher Diskriminierung (Hautfarbe, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, u.a.) stattfindet.

c) Schönheit – der klassische Begriff steht in Zeiten der Selbstoptimierung im Internet und in den sozialen Medien hoch im Kurs, wird aber in der Kunst kritisch beleuchtet. Schein und Sein, Wahrheit und Konstruktion stehen dabei ebenso zur Debatte, wie die Abhängigkeit von gesellschaftlich determinierten ästhetischen Kategorien.

d) Vergänglichkeit – Krankheit und Tod, allzu präsent in Zeiten der Pandemie, und zugleich gesellschaftliches Tabu, das sowohl in den Medien wie im Alltag verdrängt wird.

VI. Kontakt

Der Ausschreibungstext in deutscher und französischer Sprache ist auf der Website des Ministeriums für Bildung und Kultur (MBK) unter https://kultur.saarland.de veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endet am 5. Juni 2022. Bewerbungen sind per E-Mail an saarart2023@kultur.saarland.de einzureichen.

3 Comments

  1. Guten Tag,
    eine interessante Info… Die SaarART 23 steht fest, ihre Ausschreibungs-Bedingungen. Doch wo findet man die Ansprechpartner, die Adresse, an wen man seine Bewerbung schicken soll? Sollte ich da etwas übersehen haben? WÄr doch gar nicht falsch, diese Info auch in Ihrem Artikel zu veröffentlichen… MfG Monika Bugs

    • Liebe Frau Bugs, leider wurde in der Presseerklärung kein Ansprechpartner genannt. Ich hab nachgefragt, wurde aber um Geduld gebeten, dass Ministerium für Bildung und Kultur wollte dazu etwas veröffentlichen. Ich werde noch mal nachfragen. Herzliche Grüße, Bülent Gündüz

  2. Ich habe den Text inzwischen ergänzt: Bewerbungen von Künstler*innen für die Landeskunstausstellung „SaarART 2023 – Au Rende-vous des amis“ sind nun möglich. Der Ausschreibungstext in deutscher und französischer Sprache ist auf der Website des Ministeriums für Bildung und Kultur (MBK) unter https://kultur.saarland.de veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endet am 5. Juni 2022. Bewerbungen sind per E-Mail an saarart2023@kultur.saarland.de einzureichen.

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